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Verfasst: 19. April 2012, 21:16
von epl
Alle Wagen wurden verkauft!

lg

Verfasst: 20. April 2012, 13:30
von oetscherlaender

Verfasst: 20. April 2012, 14:33
von Privatbahner
epl hat geschrieben:Alle Wagen wurden verkauft!
Fast alle. :wink:
Der laut der Liste nicht.

VG Rudi

Verfasst: 20. April 2012, 16:41
von BernhardFloss
Privatbahner hat geschrieben:
epl hat geschrieben:Alle Wagen wurden verkauft!
Fast alle. :wink:
Der laut der Liste nicht.

VG Rudi
Und weiß man wer Fahrzeuge gekauft hat?

Verfasst: 20. April 2012, 16:46
von Klaus
Und weiß man wer Fahrzeuge gekauft hat?
Antworten darauf findest du z. T. in folgenden "Kurier"- und "Presse"-Berichten:

* http://diepresse.com/home/panorama/oest ... h/index.do
* http://kurier.at/nachrichten/niederoest ... hammer.php

Gruß, k.

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Ergänzt
mit den Texten der Presseberichte:

* Kurier:

109 Waggons kamen unter den Hammer
Manche Waggons werden renoviert und im Ausland weiter betrieben. Der Großteil ging aber an Schrotthändler.


Die Ybbstalbahn fährt jetzt auch in Rumänien. Teilweise zumindest. Denn fünfzehn der am Donnerstag versteigerten alten Waggons ergatterte Georg Hocevar, ein Österreicher, der in Rumänien vier touristische Schmalspurstrecken betreibt. "Ich werde sie renovieren. Die älteren wandern dann in ein slowenisches Museum, der Rest wird wieder in Betrieb genommen," sagt Hocevar. Auch eine Bietergruppe aus Polen war mit dabei. Die Betreiber einer Bahn in Schlesien freuten sich, die gewünschten drei Personenwagen ergattert zu haben. Zwei weitere gingen an eine Bahn in Tschechien.

Doch Liebhaber alter Eisenbahnen wie sie waren bei der Auktion der 109 ausrangierten Waggons der NÖVOG in der Minderheit. Der Großteil ging an Schrotthändler, die sich vor allem bei den vielen Rollwägen im Eiltempo überboten. Für bis zu 2700 Euro gingen die alten Wägen über den Tisch. "Der Schrottwert ist derzeit sehr hoch, da ist so eine Auktion durchaus interessant", erklärt Karl-Heinz Gratz, Schrotthändler aus Oberösterreich. Er kaufte 22 Wagen ein, die er dann zerschnitten an Stahlwerke weiterverkaufen möchte. Weitere 20 Stück gingen an einen Händler aus Deutschland. Sie sollen gleich in Österreich in Einzelteilen zerlegt wieder an den Mann gebracht werden. Zahlt es sich aus, dafür nach Waidhofen an der Ybbs zu reisen? "Hoffentlich."

Roland Hölbling von der Zillertalerbahn musste mit leeren Händen den Saal schon vorzeitig verlassen. "Mir war leider ein Limit vorgegeben, das haben die Schrotthändler immer überboten", ist der Werkstättenleiter etwas enttäuscht. Neun Rollwägen wollte er mit nach Tirol und dort wieder in Betrieb nehmen.

Premiere


Zufrieden ist hingegen Gerhard Stindl, Geschäftsführer der NÖVOG. Immerhin konnte ein Gesamtumsatz von 215.000 Euro erzielt werden. "Wir wussten nicht, wie es ausgeht. Eine solche Auktion hat es in Österreich noch nie gegeben." Zu dem Verkauf entschieden hatte man sich, weil der Güterverkehr auf der Ybbstalstrecke eingestellt wurde, man die Waggons also nicht mehr benötigte. "Dazu kamen dann noch ein paar alte Personenwagen in sehr schlechtem Zustand."

Im vollen Saal waren auch einige am Geschehen interessierte Anrainer. "Die Preise waren fair, aber es stimmt mich teils traurig, dass so viel an Schrotthändler verkauft wurde. Die Ybbstalbahn als Kulturgut ist somit zerstört", meinte ein Waidhofener. Ähnlich empfindet auch Georg Hocevar. "Ich habe versucht während der Auktion nicht darüber nachzudenken, sonst hätte ich gleich alles gekauft. Dafür haben wir, wie die meisten Museen, aber leider nicht das Geld."


* Die Presse:

Spezialauktion: Ein Personenwaggon um 1800 Euro
von Georg Renner
In Waidhofen an der Ybbs kamen am Donnerstag 108 Eisenbahnwaggons unter den Hammer – teils historische Fahrzeuge aus den Beständen des Landes Niederösterreich. Übrig blieben am Ende nur fünf Holzwaggons.

Waidhofen a. d. Ybbs. „Tausendachthundert zum Ersten, Bieter Nummer sechs, tausendachthundert zum Zweiten, uuund tausendachthundert zum Dritten für die Nummer sechs!“ Mit einer fließenden Bewegung lässt Manfred Humer die Klingel auf dem Wirtshaustisch neben ihm ertönen, greift zu seinem Kugelschreiber und vermerkt das Ergebnis auf einer Liste.

So wechseln eine erkleckliche Summe Geld einerseits und der genau hundert Jahre alte Personenwaggon mit der Nummer ÖBB-2100, derzeit geparkt im Alpenbahnhof St. Pölten, andererseits den Besitzer. Das Bild hinter Humer, der als Kraftfahrzeugdirektor im Dorotheum die Versteigerung leitet, zeigt einen ausgebleichten, rot-weiß gestrichenen Waggon, an dessen Lack Rost und Witterung über Jahrzehnte deutliche Spuren hinterlassen haben. „Gebraucht, beschädigt, fehlen Teile“ steht in dem Versteigerungsprospekt, „Betriebserlaubnis abgelaufen“.
Knapp 50 Interessierte, fast ausschließlich Männer, viele mit osteuropäischem Akzent, sind gestern, Donnerstag, zu einer außergewöhnlichen Versteigerung in den Gasthof Kerschbaumer in Waidhofen an der Ybbs gekommen: Unter den Hammer – rein sprichwörtlich, denn das Dorotheum vergibt einen Zuschlag traditionell per Klingel – kommen 108 Schmalspur-Eisenbahnfahrzeuge aus den Beständen der niederösterreichischen Verkehrsgesellschaft Növog. Sie hat in den vergangenen Jahren mehrere Nebenbahnen von den ÖBB erstanden, inklusive nicht mehr verwendbaren Bahnmaterials, „dessen Instandsetzung für uns unwirtschaftlich wäre“, so Növog-Chef Gerhard Stindl, der ebenfalls zur Versteigerung gekommen ist.

„Öffentliches Gut gut verwertet“

Stindl wird sich nach der rund zweistündigen Auktion über insgesamt 155.040 Euro freuen können, die durch den Verkauf des Eisenbahnmaterials in die Kasse der Növog fließen. „Wir haben ungefähr mit der Hälfte gerechnet“, sagt Stindl, es sei „eine gute Art, öffentliches Eigentum zu verwerten“. Eigentum, das nicht zuletzt dadurch frei wird, dass die Landesgesellschaft den Betrieb der inneren Ybbstalbahn einstellt. Andere Waggons stammen etwa von der Mariazellerbahn, deren Material erneuert wird. Insgesamt sind die Wagen im ganzen Bundesland verteilt, wo die Käufer jetzt für ihren Abtransport sorgen müssen.

Den Erfolg der Auktion abzuschätzen, damit hat sich auch das Dorotheum schwergetan. Es sei das erste Mal, dass Eisenbahnwaggons versteigert würden, erzählt Humer – „wir hatten keine Erfahrungswerte, wo wir die Preise ansetzen können“. Gemeinsam mit der Növog habe man sich an den Schrottpreisen orientiert: Ein Personenwaggon von 1912 wird etwa um 1500 Euro ausgerufen, ein Holztransporter um 1100 Euro, für einen geschlossenen Güterwaggon werden 1300 Euro aufwärts fällig.

Preise, die dank lebendigen Wettbewerbs unter den Bietern zum Großteil um einige hundert Euro übertroffen werden – den höchsten Preis erzielt ein für 1000 Euro ausgerufener Rollwaggon zum Transport von Normalspurfahrzeugen: Er wechselt um 2400 Euro den Besitzer. Übrig bleiben am Ende nur fünf Holzwaggons, die zu einem Sammelpreis von 7600 Euro an einen Herren mit deutschem Akzent gehen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Die werden jetzt verschrottet“, sagt er und leckt sich die Lippen, „das bringt mehr, als die hier verlangen.“

„Volksvermögen vernichtet“

Andere werden weiter ihren Dienst versehen – etwa der eingangs erwähnte hundertjährige Personenwagen. Bieter Nummer sechs, Georg Hocevar, verlässt die Auktion mit mehr als einem Dutzend Waggons. Der gebürtige Salzburger betreibt in der rumänischen Bukowina eine Werkstatt zur Restaurierung und Verwertung von Bahnmaterial sowie mehrere Touristen-Schmalspurbahnen.

Normalerweise koste dort die Umrüstung eines Güter- zum Personenwagen rund 40.000 Euro – da seien die hier verkauften Personenfahrzeuge selbst in ihrem Zustand ein „Schnäppchen“. Und den Rest könne man noch immer mit Gewinn verwerten, sagt Hocevar. Auch, wenn ihm als Bahnfreund dabei das Herz blute – denn eigentlich sei die Schließung von Bahnen wie jener im inneren Ybbstal „Vernichtung von Volksvermögen“.

Verfasst: 20. April 2012, 17:48
von unti
Privatbahner hat geschrieben:
epl hat geschrieben:Alle Wagen wurden verkauft!
Fast alle. :wink:
Der laut der Liste nicht.

VG Rudi
Kurzfrister Einspruch des Bundesdenkmalamtes.
Das war der Wagen Nr.2 der NÖLB also Jagdwagen des Kasierzuges mit "SALON/S" Drehgestellen.

lg
Oliver

Verfasst: 20. April 2012, 18:12
von bahnjurist
Grüezi und Servus

Gibts jetzt - nach der Versteigerungsaktion - überhaupt noch Personenwagen auf der YTB bzw. in Waidhofen/Ybbs?

Wurden die "Schafkäs"-Wagen auch versteigert oder was geschieht mit diesen? :-?

LG Bahnjurist

Verfasst: 20. April 2012, 19:28
von 2095 007-7
Schade dass div Wagen nicht weiterverwendet werden können, sondern beim Schrotthändler landen:
Zitat aus dem Kurier:
Roland Hölbling von der Zillertalerbahn musste mit leeren Händen den Saal schon vorzeitig verlassen. "Mir war leider ein Limit vorgegeben, das haben die Schrotthändler immer überboten", ist der Werkstättenleiter etwas enttäuscht. Neun Rollwägen wollte er mit nach Tirol und dort wieder in Betrieb nehmen.

Verfasst: 20. April 2012, 19:35
von Privatbahner
Wenn das Limit für Herrn Hölbling unter dem Schrottwert angesetzt war ... :stupid:

VG Rudi

Verfasst: 20. April 2012, 22:55
von Michael-Ch.Schmidt
Hallo Bahnjurist!

Nach meiner Auflistung aus dem Vorjahr müßten in Summe noch 11
Personenwaggons in Waidhofen/Ybbs sein & zwar folgende:
Krimmlerwagen: 3065-5, 3067-1, 3069-7, 4261-9, 4263-5
Schafkäsexpress: 3105-9, 3200-8, 4101-7, 5701-3
sowie 3104-2, 5700-5.
Der einzige der verkauft wurde, ist der BD 4265 - der schon seit langem in einem erbärmlichen Zustand war.
LG
Mike

Verfasst: 20. April 2012, 23:44
von bahnjurist
Hallo Mike

Danke für die detaillierten Infos, sehr gut! :wink:

LG Bahnjurist

Verfasst: 21. April 2012, 05:58
von BernhardFloss
Michael-Ch.Schmidt hat geschrieben:Hallo Bahnjurist!

Nach meiner Auflistung aus dem Vorjahr müßten in Summe noch 11
Personenwaggons in Waidhofen/Ybbs sein & zwar folgende:
Krimmlerwagen: 3065-5, 3067-1, 3069-7, 4261-9, 4263-5
Schafkäsexpress: 3105-9, 3200-8, 4101-7, 5701-3
sowie 3104-2, 5700-5.
Der einzige der verkauft wurde, ist der BD 4265 - der schon seit langem in einem erbärmlichen Zustand war.
LG
Mike
Wenn ich es richtig sehe wurde nur " Schrott" verkauft, sprich zusammenräumen auf allen Anlagen der NÖVOG?

Verfasst: 21. April 2012, 12:26
von Leo
...die Holztransportwagen waren zum grossteil noch in einem guten Zustand.
Die Rollwaegen haetten sicher auch noch was getaugt. :rolleyes:

Verfasst: 21. April 2012, 16:22
von Klaus
BernhardFloss hat geschrieben:Wenn ich es richtig sehe wurde nur " Schrott" verkauft, sprich zusammenräumen auf allen Anlagen der NÖVOG?
* "Schrott": jein. Die Rollwagen und viele der SSm-Holztransportwagen sind/waren gewiss noch nicht schrottreif. Für Schrotthändler sind die natürlich ideal: zerschneiden – und fertig (sprich: kaum Zuwaag' wie Holz, Kunststoff, Asbest ...).

* "Zusammenräumen": ja (vgl. NÖVOG-Stindl-Aussage hier).

Was ich mich dennoch frage: Roll- und Holztransportwagen sind (stark gerundet) 9 t schwer; die gingen weg mit Nettopreisen bis knapp über 2.000 €. Der Schrottpreis (für "Sorte 3 – schwerer Brennerschrott") liegt bei 200 €. Kann sich das für einen Schrotthändler rentieren? (Kosten für Transport, Abwracken, Zerschneiden kommen ja noch dazu.)

Eventuell sind die ja nicht blöd – und bauen alle mechanisch relevanten Teile bzw. alles, was "wertiger" als Profilstahl ist, aus (Kupplungen, Bremsgestänge, Achsen, vor allem: Bremszylinder!) und verklopfen sie später einmal an danach suchende Museumsbahnen zu Apothekerpreisen.
Leo hat geschrieben:...die Holztransportwagen waren zum grossteil noch in einem guten Zustand. Die Rollwaegen haetten sicher auch noch was getaugt.
* Einerseits: ja (siehe oben).
* Andererseits: Wofür? Wer bzw. welche Museumsbahnen braucht/brauchen heutzutage noch Holzwagen (SSm; ~45 Stk. in der Versteigerung) und Rollwagen (~40 Stk.)? Ein paar wenige davon – für "Notfälle"? – wird die NÖVOG gewiss behalten haben. Und dass die Zillertalbahn-Mitbieter (verständlicherweise!) gern ein paar Rollwagen erworben hätten, aber finanziell nicht das Pouvoir hatten, mit den Schrotthändlern (!) mitzuhalten, ist eine andere Geschichte ... (siehe anschließenden "Standard"-Artikel).

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Auktion von Waggons
Vom Abstellgleis zum Schrotthändler, "das tut echt weh"

Reportage | Kerstin Scheller, 21. April 2012, 12:13

Premiere in Österreich: 108 ausrangierte Zugwagons kamen unter den Hammer. Alle gingen weg wie warme Semmeln, vor allem die Schrotthändler witterten ein gutes Geschäft. Private Eisenbahnliebhaber erfüllte dies mit Trauer.


Waidhofen - Nach einer Stunde reichte es dem großgewachsenen Mann mit dem leicht ergrauten Vollbart. Was sich im Saal eines Waidhofener Wirtshauses zutrug, war für den Eisenbahnliebhaber ein "Trauerspiel". Rein aus Interesse wollte er sich Österreichs erste Zugwagon-Auktion anschauen.

Dass die 108 ausgemusterten Schmalspurwagen fast nur von Schrotthändlern erstanden wurden, damit hatte der Niederösterreicher nicht gerechnet, "das tut echt weh". Kein einziger Aussteiger wie der Nichtraucher aus Erich Kästners "Das fliegende Klassenzimmer", der in einem alten Personenwagen hausen wollte. Vielmehr saßen an den Wirtshaustischen 16 Unternehmer und Museumsvereinsvorsitzende.

Verrostet und verbeult

"Bei aller Sentimentalität", aber der Allgemeinzustand der Wagen sei wirklich schlecht, meinte Auktionator Manfred Humer. Verrostet, abgesplitterter Lack, ausgebleicht, verbeult und fehlende Fenster - die Bilder der zu ersteigernden Objekte, die hinter Humer auf der Leinwand aufschienen, ließen daran keinen Zweifel.

Wegen des Zustands hatte sich die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) auch entschieden, die Wagons zu versteigern. Mit Übernahme der Regionalbahnen von der ÖBB vor zwei Jahren erbte die NÖVOG diese "Altlasten". Sie verkehrstüchtig zu machen sei nicht wirtschaftlich gewesen, und sie zu entsorgen wäre teuer gekommen. So beauftragte der Verkehrsbetrieb das Dorotheum, die Personen-, Güter-, Rungen- und Holztransportwagons sowie die Rollwagen zu versteigern. Tatsächlich gingen auch alle weg, was 215.000 Euro Umsatz bedeutete.

Zuschlag an Oberschlesien

"Drei bis vier Personenwagen möchten wir haben, das wäre toll", erklärte eine Polin, die für eine oberschlesische Museumsbahn bot. Wie hoch sie beim Bieten gehen durfte, verriet sie jedoch nicht, schließlich ritterten mit ihr drei weitere Museumsbahnen um die zwölf ehemaligen Personenwagons der Mariazeller- und der Ybbstalbahn. "1700 Euro an die Nummer eins, 1800 an die Nummer neun", die Polin mit der Bieternummer eins zögerte, dann erhöhte sie doch: 1900 Euro, dann läutete Humer mit der Glocke, der Zuschlag ging an Oberschlesien.

Noch zwei weitere Mariazellerwagen wechselten nach Polen. Mehr ging finanziell nicht, kommen doch zum Meistgebot 15 Prozent Kaufgebühr und 20 Prozent Mehrwertsteuer dazu. Auch der österreichische Verein für Eisenbahngeschichte ergatterte für die Steyrtalbahn zwei historische Wagons. Keiner bot über 1800 Euro, ein "Schnäppchen" sei es aber nicht gewesen, meinte ein Vereinsmitglied. Zwei Jahre ehrenamtliche Arbeit und Spendengelder seien jetzt nötig. Aber die Personenwagen den Schrotthändlern zu überlassen, da konnte man "nicht tatenlos zusehen".

Rendite aufgrund von Eisenpreis

Diese kamen aber auch so zum Zug. Nummer acht wetteiferte mit drei, neun und 15 um den lukrativen Schrott. 2400 Euro war das höchste Gebot, der Rufpreis lag bei 1000 Euro. Bei den aktuellen Preisen für Eisen rentiere sich das noch immer, fachsimpelten die Bieter. "Mindestens 3600 Euro zahlt die Voest für einen für den Hochofen aufbereiteten Güterwagen", erklärte ein Schrotthändler. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, 21./22.4.2012)


Gruß, k.

Verfasst: 21. April 2012, 16:52
von Eisbrecher
Hallo,

also ich verstehe, dass es von der einen Seite betrachtet schade ist, wenn die Wagen in den Schrott gehen.. "Kulturgut" etc. ist einerseits richtig, mit den Wagen ist die Geschichte einer Region etc. verbunden.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass mehr Wagen an Vereine oder Privatleute gehen, die diese erhalten wollen.. sogar eine Erhaltung als "Wohnwagen" wäre mir recht gewesen.

Aber was aus den Wagen wird, die nach Polen gehen, darauf bin ich schon gespannt..

Grüße,
Eisbrecher

Verfasst: 21. April 2012, 19:26
von mzbfoi
Hallo,

was ich jetzt nicht so recht verstehe ist, was die Zillertalbahn eigentlich mit Rollwagen will?
Als ich letzten Sommer dort im Urlaub weilte, habe ich in Jenbach die Rollwagen in regelrechten Türmen übereinander gestapelt stehen sehen, ganz so als wolle man sie demnächst in den Ofen schieben und nun will man plötzlich erneut Rollwagen kaufen? Wo ist da der Sinn, oder gibt es da von der Bauart her Unterschiede, die es angeraten scheinen lassen, die alten Rollwagen der Zillertalbahn gegen Rollwagen der NÖVOG zu tauschen?

Nette Grüße,

Ingo.

Verfasst: 21. April 2012, 19:44
von 1099.008
Hallo,

@mzbfoi

die "gestapelten" Rollwagen der ZB sind nur 4-achsig, weshalb sie nicht mit schweren Güterwagen beladen werden können. Die Rollwagen, die die NÖVOG hat/hatte sind 6-achsig. Damit können die auch ein größeres Gewicht tragen.

MfG 1099.008

Verfasst: 21. April 2012, 19:46
von epl
In einem solch einem Land wie Niederösterreich traue ich den Politikern sogar zu, das sie dem Schrotthändler im Falle eines negativen Ergebnisses sogar finanziell unter die Arme greifen, Hauptsache alle Güterwagen sind weg und keiner hat mehr was davon, eine gute Ausrede um die Frage nach etwaigen Güterverkehr gar nicht mehr aufkeimen lassen zu können.....

Verfasst: 21. April 2012, 20:31
von 2095 007-7
Auch der österreichische Verein für Eisenbahngeschichte ergatterte für die Steyrtalbahn zwei historische Wagons.
Weiß man welche beiden Wagen das sind?

Verfasst: 22. April 2012, 01:43
von 4010-freak
epl hat geschrieben:In einem solch einem Land wie Niederösterreich traue ich den Politikern sogar zu, das sie dem Schrotthändler im Falle eines negativen Ergebnisses sogar finanziell unter die Arme greifen, Hauptsache alle Güterwagen sind weg und keiner hat mehr was davon, eine gute Ausrede um die Frage nach etwaigen Güterverkehr gar nicht mehr aufkeimen lassen zu können.....
Die verkauften Güterwagen waren großteils bereits in einem solch desolatem Zustand, dass mit ihnen niemals an eine Wiederaufnahme des Güterverkehrs gedacht werden könnte...