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Verfasst: 14. September 2020, 17:59
von UKR
Moin Georg,

danke für die schnelle Info, heute auch mit schneller Antwort von mir.

Dann lass ich mich mal von den Kölner Waggons überraschen und schau mir gleich mal die Zahnradbahn an

Bis neulich

Viele Grüsse

Ulrich

Eigen- und Umbauten der SBEG XXIII

Verfasst: 24. September 2020, 14:59
von ngfreak09
Hallo,

hier kommen nun noch einige Güterwagen bzw. Transportbehälter im SBEG-Design.
Für den Verkehr mit palettiertem Stückgut hält die SBEG Köln insgesamt sechs moderne vierachsige Drehgestell-Schiebewandwagen vor. Sie sind teilweise mit glatten oder profilierten Schiebewänden versehen.

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Dem modernen Trend folgend, selbst den normalsten Dingen aus Marketing-Gründen einen „internationalen“ sprich englischen Namen zu geben, konnte es sich die SBEG natürlich nicht verkneifen und und versah daher diese Wagen mit einer entsprechenden Anschrift, damit auch der dümmste „Denglisch“-Sprecher versteht, dass die SBEG auch Fracht befördert. (Ins Ausland kommen diese Wagen natürlich nie!)

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Basis dieser Fahrzeuge sind RhB Schiebewandwagen von Bemo, die es früher sowohl mit glatter als auch mit profilierten Seitenwänden gab.
Beschriftung: Anreibebuchstaben, Zierlinien: Decals aus einem früheren Bemo Zubehörangebot.

Am nächsten Wagen , einem älteren RhB Tragwagen (noch) in Originalbeschriftung ist vor allem die Ladung interessant: Wechselpritschen im SBEG-Look. (Ähnlich im Aussehen gibt es auch einige 40 Fuß Container.)

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Die nächsten beiden Wagen haben einen umfangreicheren Umbau hinter sich :
Grundfahrzeug: TT Selbstentlader von Rokal, versehen mit zusätzlichem Aufsatz aus Plastikplatten,
Drehgestelle: Berliner TT Bahnen (DDR) mit Bemo H0e Radsätzen.


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Beide Wagen werden in der Regel im Baudienst eingesetzt, können aber auch in anderen Schüttgut-Verkehren eingesetzt werden.

So, das wär´s vorerst mal mit unseren Eigen- und Umbauten. Es warten aber (teilweise schon sehr lange) noch weitere Projekte in diversen Schubläden, Schränken, Kartons oder auch schon auf den Gleisen in Betrieb auf ihre „SBEG-isierung“. Sobald davon welche fertig sind, werde ich sie dann hier auch vorstellen.

Ich hoffe, die bisher vorgestellten Fahrzeuge haben dem einen oder anderen von euch gefallen oder auch Anregungen gegeben und/oder ermutigt, auch mal in das „Freelance-Geschäft“ einzusteigen. Wenn ihr noch Fragen habt: nur zu!

Noch ein Hinweis: wir planen in absehbarer Zeit zwei unserer SBEG spezifischen Bahnhöfe in der Rubrik „Anlagenvorstellungen“ näher vorzustellen. Wen´s interessiert: ab und zu mal dort nachschauen.

Wie immer: Grüße aus dem Bergischen Land

Georg.

Verfasst: 25. September 2020, 22:00
von GSB
Hallo Georg,

es ist immer wieder schön, die Gemeinsamkeiten zwischen der SBEG und der GSB zu entdecken. :lol:

Einen derartigen Schiebewandwagen hab ich seit den 80ern, designmäßig an die damals vorgestellten InterCityCargo Wagen angelehnt mit Gelb statt Blau. :-D Zwei weitere Wagen im aktuellen Design kamen kürzlich dazu. :grin:

Die Schüttgutwagen sind interessante Konstruktionen. :-o Ich hatte mich hier einfachhalber auf die Bemo RhB-Vierachser (und später auch Zweiachser) beschränkt. :wink:

Hoffe es gibt bald neue Fahrzeuge zu sehen! :hello:

Gruß Matthias

Kleine Ergänzung

Verfasst: 4. Januar 2021, 15:30
von ngfreak09
Nachträglich frohe Weihnachten und ein vor allem gesundes Neues Jahr!

Nachdem wegen einer unverhofften größeren Baustelle auf meiner stationären Anlage dort z-Z. nur eingeschränkter Fahrbetrieb möglich ist, habe ich die Zeit genutzt und noch einmal in meine vor einigen Jahren digitalisierten Dias aus den 1980iger Jahren gestöbert. Dabei bin ich wieder auf eine Bilderserie gestoßen, die ich 1987 für einen Anlagenwettbewerb des Eisenbahn Magazins angefertigt habe. Das Thema dieses Wettbewerbs hieß: „Bahnhöfe“.
Was mir sofort auf- und dann auch wieder einfiel, war, dass die 427 damals eine rot-weiße Lackierung trug, wohl, weil sie als überwiegend im Reisezugdienst eingesetzte Lok besser zu den rot-weißen Liliput Wagen aus der Produktion von Liliput Wien passen sollte. Das hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm.

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Die anderen beiden Lokomotiven sind die 425, die damals noch nicht den Namen meiner erst später geborenen Tochter trug und und die 432, eine Gastlok aus Köln, noch im Zustand als Lok der Neustädter Lokalbahn von Bemo.
Außerdem zeigt sich ein für die damalige Zeit zeitgemäßer VÖV I Gelenk-Linienbus der SBEG mitder Nummer 328 (nach dem älteren Nummernschema der SBEG.)

Noch etwas zum Bahnhof Talheim:
Er war ursprünglich als Endbahnhof der TESAG (Talheimer Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG, der "Vorgängergesellschaft" der SBEG) gedacht und Teil einer im Aufbau befindlichen H0e/H0 Anlage nach dem gleichen Konzept wie das der jetzigen SBEG-Overath Anlage. (An der Bauart der Bäume und Sträucher kann man erkennen, wie die Zeit vergeht!)
Als nach einem Umzug der Bahnhof nicht in das Konzept der dann neu geplanten stationären Anlage passte, wurde er an ein inzwischen leider verstorbenes SBEG-Mitglied weitergegeben, der es zu einem dreigleisigen Durchgangsbahnhof mit zweigleisigem Dampf- und Diesellokschuppen umbaute. Heute ist er unter dem Namen „Kaiserau“ in die Kölner SBEG-Anlage integriert.

Alles Gute und Gesundheit für 2021 und
Grüße aus dem Bergischen Land

Georg.

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 4. Januar 2021, 21:40
von GSB
Hallo Georg,

danke für die nostalgischen Aufnahmen. :-D

Der 427 hat die damalige Lackierung gut gestanden. :-D Bei der SBEG ist es zum Glück auch so, daß die diversen Lackierungsvarianten alle miteinander harmonieren und immer die Zusammengehörigkeit gut erkennbar ist. :wink:

Dir alles Gute für 2021,

Gruß Matthias

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG XXIV

Verfasst: 2. September 2021, 14:15
von ngfreak09
Hallo,

nachdem die noch immer anstehende Umwandlung einiger Triebfahrzeuge ins SBEG- Erscheinungsbild leider nicht so schnell vorankommt, wie gewünscht, möchte ich hier zwischenzeitlich ein Fahrzeug vorstellen, das bisher als quasi Prototyp einer kleinen Serie weitgehend fertiggestellt ist, aber bisher nur testweise eingesetzt wurde.

Da es sich dabei jedoch eigentlich um ein typisches Straßenbahn-Fahrzeug handelt habe ich zunächst gezögert, es hier in einem Eisenbahnforum vorzustellen.
Weil es aber beim Vorbild öfter vorgekommen ist, dass man Straßenbahnfahrzeuge technisch an den Eisenbahnbetrieb angepasst hat (ich erinnere zum Beispiel an den ehemaligen Zillertalbahn-Triebzug VT 1 ex RTM, der nicht nur von Elektro- auf Dieselbetrieb umgebaut wurde, sondern dessen Triebwagen auch auf drei verschiedenen Spurweiten unterwegs waren oder an die Wiener Lokalbahn).

Die Verwaltung der SBEG konnte von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn günstig drei Fahrzeuge des klassischen Düwag-Typs GT 6 ZR (= sechsachsiger Gelenktriebwagen für Zweirichtungsbetrieb) erwerben. Sie sollen als stille Einsatzreserve dienen und werden technisch umgerüstet für den Betrieb nach ESBO und in Mehrfachtraktion.

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Fahrzeugaufbau: Lima-Modell in der ursprünglichen Farbgebung der BOGESTRA, die in etwa der der SBEG entspricht:
Stromabnehmer von Sommerfeldt.
Fahrwerk: Halling-Fahrwerk des Wiener Straßenbahntyps E1 (aktuelle Ausführung);
Grund-Abmessungen entsprechen dem GT6;
Anpassungen im Tür und Frontbereich wegen der Zweirichtungsausführung des GT6;
Umspurung der Achsen auf 9 mm Spurweite inkl. Kürzung der Achsstummel;
elektrisch leitende Kurz-Kupplungen von Bemo;
Einbau einer kompletten NEM 652 Schnittstelle (Stecker und Kupplung) zur leichten Trennung der beiden motorisierten Wagenhälften zu Wartungszwecken.

Was jetzt noch ansteht, sind die Änderung/Entfernung der Linien- und Zielbeschilderung und eine Lösung für ein Dreilicht-Spitzensignal (als Attrappe) sowie ggf. neue Drehgestellblenden.

Da ich schon seit jeher vom Mischbetrieb Eisenbahn/Straßenbahn fasziniert bin (der bei uns in Köln mit KBE und KVB/KFBE ja eine lange Tradition hat), möchte ich so was eben auch im Modell nachstellen.

Es muss ja nicht jedem gefallen. Aber wie man bei uns sagt: „Jede Jeck es anders“.

Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Georg

Straßenbahnumbau

Verfasst: 2. September 2021, 18:27
von Out of the box
Hallo Georg.

Deine Umbauten sind wie immer sehr gelungen und dein Farbschema ist ein gutes Beispiel für „Corporate Identity“. :wink:

Zu deinen Überlegungen bezüglich drittem Spitzenlicht und Zielschild habe ich zwei Links für dich.

Hier ist ein Beispiel, wie die Wiener Linien den ULF mit einem dritten Spitzenlicht nachgerüstet haben. Das Ergebnis ist recht dezent.

https://www.wikiwand.com/de/Ultra_Low_Floor#

Und unter dem Suchbegriff „Überlandstraßenbahn“ finden sich einige Beispiele dafür, dass diese durchaus mit einem Zielschild ausgerüstet waren.

https://www.google.com/search?q=%C3%BCb ... 08&bih=893

Hier zum Beispiel bei der OEG-Strecke Heidelberg-Weinheim mit „integriertem“ Spitzenlicht und Zielschild:

https://www.fotocommunity.de/photo/uebe ... r/10187389

Oder die Strecke zwischen Innsbruck und Fulpmes:

https://www.google.com/search?q=%C3%BCb ... rQwXoZkHVM

Vielleicht hilft dir das bei deinen Entscheidungen. Viel Spaß beim Umbau.
Liebe Grüße, Wolfgang.

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 8. September 2021, 07:18
von GSB
Guten Morgen Georg,

seit den Zweisystemfahrzeugen der AVG, welche seit den 90er-Jahren auch auf DB-Strecken unterwegs sind, sind die Grenzen zwischen Straßenbahn und Eisenbahn schwindend... Aber auch vorher gab's ja schon Straßenbahnfahrzeuge auf Überlandbahnen wie z. B. der Stubaitalbahn. :wink:

Von daher passt dein Modell gut. :-D

Gruß Matthias

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 13. September 2021, 13:47
von ngfreak09
Hallo Wolfgang,

herzlichen Dank für deine vielen Beispiele von Dreilicht-Spitzensignalen bei (Überland-)Straßenbahnen.
Inzwischen sind ja prinzipiell (fast)alle neueren Straßen- und Stadtbahnfahrzeuge mit dem Deilicht-Spitzensignal ausgerüstet. In Deutschland sind sie inzwischen lt. BOStrab für alle Fahrzeuge vorgeschrieben. Dazu bietet die moderne LED-Technik ja nun auch mannigfache Möglichkeiten.
Für meine GT 6 ZR überlege ich daher, die beiden bisherigen Rückleuchten als moderne LED-Leuchte zu deklarieren, die sowohl weiß als auch rot leuchten können.
Als oberes drittes Spitzenlicht käme eine Lösung in Frage, bei der im oberen mittigen Liniennummerrnkasten ein schwarzes Feld mit einem großen weißen Punkt angezeigt wird. (Dies war z.B. bei den Kölner Verkehrsbetrieben in den 80iger Jahren bei aus Linienfahrzeugen umgebauten Sonderfahrzeugen üblich, wenn sie die Strecke nach Frechen befuhren, die ja bis heute über einen längeren EBO-Abschnitt verfügt.)
Für die Zielschilder habe ich inzwischen eine Lösung gefunden: sie werden in Word oder Open Office in der kleinstmöglichen Schriftgröße 6 erstellt und dann in gelb auf schwarzem Hintergrund ausgedruckt: dass passt und ist auch noch lesbar.

Also nochmal lieben Dank für deine diversen Links und

viele Grüße aus dem Bergischen Land

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 13. September 2021, 14:28
von ngfreak09
Hallo Matthias,

danke für deine Antwort.
Wie schon gesagt, hat mich der Mischbetrieb Straßenbahn/Eisenbahn schon immer fasziniert. Auch wenn er erst durch das sog. "Karlsruher Modell" in das Blickfeld einer breiten nationalen und internationalenÖffentlichkeit gelangt ist, gab es solche Verkehre schon lange vorher. (Das Neue am Karlsruher Modell war der Zweisystembetrieb unter Gleichstrom und DB Wechselstrom.)
Dafür gab und gibt es viele Beispiele sowohl für Normalspur (u.a. Albtalbahn, Wiener Lokalbahn, Straußberger Eisenbahn) als auch Schmalspur (u.a. die Bahnen im Städtedreieck Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg mit OEG und RHB, Kleinbahn Pforzheim-Ittersbach/Porzheimer Stadtwerke).
Bei uns im Kölner Raum fuhren die Personenzüge der Köln-Bonner Eisenbahnen und der Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn über Straßenbahnstrecken nach Köln hinein. Heute verkehren Bonner und Kölner Stadtbahnwagen über die die Eisenbahnstrecken der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK, als Nachfolger von KBE und KFBE) in die Kölner und Bonner Stadtbahnnetze und benutzen dabei u.a. mit der Rheinuferbahn die einzige nichtbundeseigene Hauptbahnstrecke in Deutschland.
Also, wie ich denke, ein sehr interessantes Thema, das auch im Modell abwechsungreichen Betrieb bieten kann.

Lieber Grüße aus dem Bergischen

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 13. September 2021, 17:50
von Out of the box
Hallo Georg.
Hallo Wolfgang,
herzlichen Dank für deine vielen Beispiele von Dreilicht-Spitzensignalen bei (Überland-)Straßenbahnen.
Sehr gerne! Es freut mich, wenn ich dir Anregungen für deinen Umbau geben konnte.
Gut finde ich deine Idee der zweifarbigen LEDs und auch die für die Zielschilder. Mit dem richtigen Drucker gelingt dir das sicher. Ich habe ein Foto aus meiner Autobussammlung gefunden, wo man ein wenig erkennt, wie das Ergebnis aussehen kann.

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Viel Erfolg beim Weiter(um)bau.
Liebe Grüße, Wolfgang.

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG XXV

Verfasst: 27. Juli 2023, 16:43
von ngfreak09
4090 wird SBEG 413

Hallo,nun hat es doch etwas länger gedauert, bis ich mich wieder zu Wort melde. Der Grund heißt 413 alias 4090. Er ist nun endlich (fast) fertig. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass sich der Umbau als wesentlich schwieriger und aufwendiger erwies, als gedacht. Daher hier auch eine etwas ausführlichere Umbaubeschreibung als gewohnt.

Bereits 2015 hatte ich hier in dieser Rubrik geschildert, wie ich meinen dreiteiligen 4090 in Bezug auf die Verbindung der drei Fahrzeuge durch Ausbau der Kurzkupplungskinematik und Einbau elektrisch leitender Bemo Kurzkupplungen und flexibler Faltenbälge verbessert habe. Seither wartete er darauf, auch äußerlich zum SBEG - Fahrzeug zu werden.

Zuvor jedoch eine Warnung an alle "eingefleischten" Freunde der Mariazellerbahn und insbesondere des 4090: es kann sein, dass der hier vorgestellte Umbau einigen von euch "in der Seele weh tut". Das kann ich sehr gut verstehen. Mir ist es auch nicht leichtgefallen. Aber wie unten beschrieben, gab es letztlich für mich keine Alternative.

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Weil mir die ÖBB Lackierung eigentlich ganz gut gefiel (Rot und (Alt-)Weiß sind ja auch die SBEG Farben) und vor allem wegen der ja nur aufgedruckten Türen und Wartungsklappen wollte ich ihn auch grundsätzlich in dieser Lackierung belassen und lediglich die ÖBB Beschriftungen und die Regionalwerbung fürs Pielachtal entfernen und durch entsprechende SBEG Beschriftungen ersetzen.

Nach langer Suche und einigen Versuchen u.a. an drei 4090 Gehäusen ohne Fenstereinsätze ( Fehldrucke; 2 x TW. 1x Mittelwagen), die wir vor vielen Jahren mal von Herrn Stängl quasi "zum üben" erhalten hatten (zu einer Lieferung des Rests ist es danach leider nicht gekommen), habe ich mich dann für den Decal- Beschriftungsentferner von hofine entschieden, der sich bei meinem Liliput Niederflurwagenset sehr gut bewährt hatte. Was ich jedoch an den Gehäusen mangels Vorhandenseins nicht vorher erproben konnte, war gerade die Entfernung der regionalen Pielachtalwerbung. Und damit nahm das Drama seinen Lauf:
Die ÖBB Beschriftungen und Signets ließen sich bei sehr vorsichtiger Arbeitsweise zunächst gut entfernen. Die Werbung jedoch, und dabei vor allem das kreisrunde Zeichen erwiesen sich als derart widerstandsfähig, dass mit ihnen schließlich die alt-weiße Gehäuselackierung in dem behandelten Bereich z.T. verschwunden war.
Damit aber nicht genug! Der Beschriftungsentferner von h0efine arbeitet mit Leitungswasser, was normalerweise keine negativen Auswirkungen auf Fahrzeuglackierungen erwarten lässt. Und da ich vorher versucht hatte, die Fenstereinsätze samt angedeuteter Sitze aus den Fahrzeugen zu entfernen, was sich vor allem beim Triebwagen als nicht zerstörungsfrei möglich erwies, hatte ich sie in den Fahrzeugen belassen. Die silberfarbene Lackierung der Fensterrahmen erwies sich nun jedoch als so hoch wasserlöslich, dass sie sich bereits nach 2 - 3 maliger Berührung mit Wasser auflöste. Dabei liefen die silbernen Pigmentteilchen zum Teil mit dem Wasser in die Spalten zwischen Fensterrahmen und Gehäuse und ließen ich von dort kaum entfernen.

An diesem Punkt war ich nahe daran, das Projekt 4090 einzustellen!

Doch dann kam allmählich als Alternative doch eine eventuelle Umlackierung des Triebzuges in den SBEG-Farben mit Nachbildung der Türen und Wartungsöffnungen mittels dünner schwarzer Nassschiebelinien in Betracht, von denen ich noch einige in der berüchtigten Bastelkiste habe. Knackpunkt waren dabei die Fenstereinsätze.
Die Einsätze im Triebwagengehäuse und damit das Gehäuse waren klar nicht mehr brauchbar. Aber ich hatte ja noch zwei weitere Triebwagen- und ein Mittelwagengehäuse in besagter Bastelkiste.
Wenn es gelänge,
a) zumindest aus Steuer- und Mittelwagen die Fenstereinsätze überwiegend zerstörungsfrei heraus zu trennen (Das im Dach des angetriebenen Mittelwagens eingeklebte Ballastgewicht ließ sich ebenfalls nicht zerstörungsfrei heraustrennen) und wenn
b) bei FT/Halling/Stängel noch Fenstereinsätze zu bekommen wären, wäre das Projekt noch zu retten.

Glücklicherweise gelang es dann sowohl beim Steuerwagen als auch beim Mittelwagen die Fenstereinsätze zumindest so weit zerstörungsfrei heraus zu trennen, dass in den Gehäusen jeweils nur kleinere Teile der alten Fenstereinsätze kleben blieben. Diese ließen sich dann mittels einer Proxxon Bohrmaschine mit kegelförmigen Schleifeinsätzen praktisch rückstandslos entfernen. Und zum Glück ergab die Nachfrage bei FT & Co, dass alle Fenstereinsätze (inklusive der Lampeneinsätze) noch verfügbar waren.
Da außerdem beim Versuch, die Frontfenster zu entfernen, einige Original-Scheibenwischer verloren gegangen sind, konnte mir FT & Co glücklicherweise auch zwei Sätze Original-Scheibenwischer liefern.
(Wer also, aus welchen Gründen auch immer, Ersatzteile für den 4090 benötigt, sollte auf jeden Fall dort mal nachfragen. Ob das jetzt beim „Mostviertler“ ebenso klappt, muss sich noch zeigen!)

Die Lackierung erfolgte dann mit Acrylfarben aus der Sprühdose. Dabei erwies sich das Abkleben der Farbkanten im Bereich der unteren, mehrfach geknickten Übergänge von den Seiten in den Frontbereich bei Trieb- und Steuerwagen als äußerst schwierig und erforderte einige "Nachtupfungen" mit einem feinen Pinsel. (Dies war mein erster großflächiger Versuch mit Acrylfarben. Ganz zufrieden bin ich damit nicht und werde in Zukunft wohl wieder mit herkömmlichen Farben arbeiten.)
Das schmale weiße Band über den Fenstern besteht aus einem Kunststoff-Klebeband für Straßenmarkierungen von Noch.
Als sehr diffizil erwies sich, wie erwartet, die Nachbildung der Türen und Wartungsklappen mittels sehr dünner schwarzer Linien aus den vor sehr langer Zeit mal von Bemo vertriebenen Nassschiebe-Linien.
Insoweit war damit der Umbau erst mal gerettet.

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Weitere Änderungen ergaben sich im Dachbereich des Triebwagens. Da die rote Farbe des Original-Stromabnehmers durch die wegen der Neulackierung erforderliche Demontage an einigen Stellen abgeblättert war (die Qualität der von Stängl verwendeten Lacke scheint nicht die beste gewesen zu sein), beschloss ich, diesen durch einen bei der SBEG üblichen schwarzen zu ersetzen. Dazu musste ich zum Erreichen der erforderlichen Höhe eine zusätzliche rechteckige Unterlegplatte herstellen. Diese, sowie alle auf dem Dach befindlichen Schalter, Isolatoren und sowie die rechteckigen weißen Schaltkästen(?) wurden, wie es heutzutage aus Verschmutzungsgründen beim Vorbild üblich ist, dunkelgrau lackiert.
(Angenommenermaßen musste bei der Adaption für den Betrieb bei der SBEG ja die elektrische Ausrüstung ohnehin von dem auf der MZ verwendeten Wechselstrom-System auf den Gleichstrombetrieb der SBEG umgerüstet werden. Außerdem entspricht auch der von Stängl verwendete Stromabnehmer nicht der Bauart des Vorbilds. Bei diesem gabelt sich der untere Holm unten in zwei eng nebeneinander liegende Holme.)
Da aus dem ÖBB 4090 Triebzug nun bei mir doch noch ein "richtiger" SBEG-Zug geworden ist, scheinen mir alle diese Änderungen auch plausibel zu sein. Übrigens: bei dem von mir verwendeten Farbton soll es sich lt. Angaben des Farbhersteller um den Farbton RAL 3020 (Verkehrsrot“) handeln, der lt. Wikipedia auch beim Vorbild verwendet wurde. Soviel zu den „standardisierten“ RAL-Farben!

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Weitere Verzögerungen ergaben sich dadurch, dass unsere ursprünglichen Anreibe-Logos nach teilweise fast dreißig Jahren nicht mehr alle verwendbar sind. Somit mussten erst mühsam neue Logos, diesmal in Decal-Technik, erstellt werden, was wegen der erforderlichen Entwicklung entsprechender Vorlagen noch einige Zeit kostete und z.Z. noch nicht abgeschlossen ist. Daher zeigen die Fotos den Triebzug noch ohne die größeren SBEG-Logos. Sobald diese fertig und am Fahrzeug angebracht sind, gibt`s dann nochmals Fotos.

Wie gesagt, kann ich alle Fans des 4090 verstehen, die jetzt evtl. ob dieses „frevelhaften Umbaus“ die Nase rümpfen. Aber der bei der PLB eingesetzte Mittelwagen sieht ja jetzt auch ganz anders aus. Auf jeden Fall kann man nun bei der SBEG zumindest im Modell sehen, wie es hätte sein können wenn eine ganze 4090 Garnitur bei einer anderen elektrischen Schmalspur-Bahn eingesetzt worden wäre.

Also: nichts für ungut.

Wer von euch selbst auch noch 4090 Garnituren hat, die noch auf die allfällige Adaption an die eigene (Modell-) Privatbahn warten und ggf. noch Tipps für den Umbau sucht, dem helfe ich soweit möglich gerne.

Grüße aus dem Bergischen Land

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 28. Juli 2023, 10:08
von cyberpeter
Servus, ausgezeichnete Arbeit!!!!!

Gruß Peter

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 29. Juli 2023, 13:17
von ngfreak09
Danke, Peter, für die Blumen!!!

Deine Antwort gibt mir Hoffung, dass mein Umbau für MZB-Freunde vielleicht doch nicht so frevelhaft ist.

Grüße aus dem Bergischen Land

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 29. Juli 2023, 22:42
von 2095.015
Kann mich dem Lob von Peter nur anschließen, saubere Arbeit.
Aus meiner Sicht ist einzig entscheidend was dir gefällt und für deine Anlage oder Thema passt.

Lg, Heinz

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG XXV

Verfasst: 23. Oktober 2023, 21:23
von GSB
Hallo Georg,

deine Adaption des 4090 auf die SBEG gefällt mir ausgesprochen gut! :pro:

Hätte nur nicht gedacht, dass das Zerlegen so aufwändig ist! :-o
ngfreak09 hat geschrieben: 27. Juli 2023, 16:43 Wer von euch selbst auch noch 4090 Garnituren hat, die noch auf die allfällige Adaption an die eigene (Modell-) Privatbahn warten und ggf. noch Tipps für den Umbau sucht, dem helfe ich soweit möglich gerne.
Da werde ich vermutlich mal auf Dich zukommen, die GSB hat ja da auch ein "Spezial-Exemplar" (2 Steuerwagen, einer davon angetrieben :wink: ) von Herrn Stängl vorliegen. :mrgreen:
Zuvor jedoch eine Warnung an alle "eingefleischten" Freunde der Mariazellerbahn und insbesondere des 4090: es kann sein, dass der hier vorgestellte Umbau einigen von euch "in der Seele weh tut".
Na da müssen die Fans hier bald noch tapferer sein :hehe: - denn bei mir wird er auch "verdieselt" (oder ggf. auch zeitgemäß mit Wasserstoffantrieb ausgerüstet). :lol:

Wenn ich aber sehe, wie schwer das Zerlegen etc. ist :äh: , muss ich nochmal über meine Ursprungsidee nachdenken. :think: Denn damals wollte ich nur alle roten Flächen mit meinem Gelb überlackieren, der lichtgraue Kasten passt ja perfekt. :grin:

Danke für den ausführlichen Bericht! :smile:

Gruß Matthias

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG XXVI

Verfasst: 10. Januar 2024, 16:07
von ngfreak09
Wendezug II

Nachdem nun endlich die neuen SBEG Logos angekommen sind, wurden als erstes die Wagen des modernen Wendezugs II damit ausgestattet . Es handelt sich um drei Wagen (1 Steuerwagen, 2 Mittelwagen) der Liliputmodelle in der Lackierung der Pinzgau-Lokalbahn. Da das Lackierschema dieser Fahrzeuge (bis auf den abweichenden Farbton) mit dem der SBEG weitgehend übereinstimmt, war von Anfang an geplant, diese Lackierung beizubehalten und lediglich die Beschriftung zu zu ändern. (Daher wurde auch die für diesen Zug als Standardmaschine von vornherein vorgesehene Lok 428 im gleichen Farbton lackiert.)

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An den Wagen wurden lediglich die vorhandene PLB-Beschriftung und die lokale Fremdenverkehrswerbung mit dem h0fine-Decal-Beschriftungsentferner vorsichtig entfernt, was auch ganz gut funktioniert hat. Die neuen SBEG-Logos (Nassschiebebilder von Andreas Nothaft) haben daher ebenfalls den PLB-Farbton.

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Ein weiterer Umbau betraf den Ersatz der kulissengeführten Originalkupplungen durch mittels Deichseln an den Drehgestellen befestigter MTL-Kupplungen.
Die Fahreigenschaften der Wagen, vor allem auch im Schiebebetrieb, haben sich dadurch wesentlich verbessert.
(Die genauere Beschreibung dazu findet sich hier in der gleichen Rubrik.)

Eine angedachte durchgehende Verbindung der Wagen durch Faltenbalgübergänge mittels Bemo-Gummifaltenbalgatrappen scheiterte am zu geringen Wagenabstand.

Dieser Wendezug bildet nun zusammen mit dem 4-Wagen Triebwagenzug (815a/b , 414, und 449) das Rückgrat des Berufsverkehrs im elektrifizierten Schmalspurnetz der SBEG.

Ich möchte diejenigen von euch, bei denen die modernen Liliput-Wagen noch im Schrank eines eventuellen Umbaus harren, ermutigen, doch mal damit anzufangen.

Grüße aus dem Bergischen Land und nachträglich noch ein „Frohes Neues!“

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 12. Januar 2024, 15:28
von GSB
Hallo Georg,

der Liliput-Wendezug ist grad auch Thema bei mir. :-D Auf der neuen Modulanlage möchte ich konsequent barrierearm fahren, d. h. möglichst ein Niederflurwagen pro Zug eingegliedert (wie bei PLB & ZB). Einer soll aber auch komplett niederflurig sein, aber auf Grund meiner Bahnsteiglängen nur 2 Wagen + Lok (wie im Pinzgau).

Allerdings komme ich ums Umlackieren nicht rum. :wink:

Was die Kupplungen angeht werd ich das mal in Ruhe testen, wenn die neue Modulanlage verkabelt ist. Evtl. nutze ich die fixen Liliput-Verbinder oder ich teste mal die Bemo-Kurzkupplung. :think:

Gruß Matthias

P.S. Meine Ideen dazu: https://www.schmalspur-modell.at/viewto ... 87#p136087

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 13. Januar 2024, 21:04
von ngfreak09
Hallo Matthias,

unsere Antworten haben sich wohl überschnitten (ich habe meine Antwort geschrieben, bevor ich deine gelesen habe).

Ich möchte dir meine Erfahrungen mit den fixen Liliput-Verbindern schildern.
Diese sind, wie auch die gesamte Kupplungskonstruktion (inklusive KK-Kulissen) aus relativ flexiblem Kunststoff hergestellt. Gleichzeitig sind die relativ kleinrädrigen Drehgestelle äußerst beweglich am Fahrzeugboden angebracht.
Das führt dann dazu, dass allein schon das Aufgleisen der Wagen zum Geduldsspiel werden kann. Daher sollte man den Verbinder am besten erstmal an einem Wagen anbringen (denn die Verbinder brauchen ziemlich viel Druck um in die Kupplungsaufnahme einzurasten) und dann den ersten Wagen mit viel Geduld aufgleisen.
Will man dann am zweiten aufgegleisten Wagen den Verbinder in die Kupplungsaufnahme einklipsen, muss man zuerst das freie Ende des Verbinders anheben, damit er den entsprechenden Schlitz der der Kupplungsaufnahme trifft, weil die gesamte Kupplungsmechanik auch noch zu viel Spiel aufweist. (Schon dabei ist oft passiert, dass einer oder sogar beide Wagen wieder entgleist sind.
Hat man das geschafft und will den Verbinder einklipsen, dann biegt dieser sich infolge der Nachgiebigkeit des verwendeten Kunstoffs und des zum einklipsen erforderlichen Drucks mitsamt der gesamten Kinematikkonstruktion soweit nach unten durch, dass man nun den Verbinder durch den veränderten Winkel kaum in den Schlitz der Kupplung einklipsen kann (und es im schlimmsten Fall auch wieder zu Entgleisungen kommt.)
Es hat bei mir immer sehr viel "Frickelei" und Geduld erfordert bis es geklappt hat.
Aber wenn es dann mal geklappt hat, dann sind die Fahreigenschaften vor allem auch im Schiebebetrieb sehr gut.

Vielleicht hast du ja etwas mehr Geduld als ich und es klappt bei dir besser.

Grüße aus dem Bergischen

Georg

Re: Eigen- und Umbauten der SBEG

Verfasst: 8. Februar 2024, 17:49
von ngfreak09
Ergänzung zu SBEG XXV: 4090 wird SBEG 413

Hallo,

die bestellten neuen Logo-Decals sind da und auf der Triebwagen-Garnitur 413-453-443 (ex ÖBB 4090) angebracht. Dazu, wie angekündigt, die neuen Fotos:

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Bei der Gelegenheit wurde nochmal die Befestigung der (Roco-) Faltenbälge überarbeitet.
Das war notwendig, weil diese bisher mit UHU hart an den Stirnseiten der Fahrzeuge stumpf angeklebten Gummifaltenbälge sich, wie z.B. jetzt beim Anbringen der Decals, sehr leicht wieder von den Wagenkästen ablösten.
Das Ankleben von Weichgummi-Bauteilen an feste Untergründe ist wohl immer etwas schwierig.
Die neue Lösung sieht so aus, dass ich zwei entsprechend der Seitenlänge der Faltenbälge zugeschnittene Stücke aus 2x2 mm Kunststoffprofil (gibt`s im Baumarkt oder Modellbauladen) mit Stabilit Express so senkrecht parallel an die Stirnseiten geklebt und grau gestrichen habe, dass später die Innenseiten der der Faltenbälge wiederum seitlich an die Kunststoffprofile angeklebt werden konnten (Siehe Bild).

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Dazu habe ich den für mich neu entdeckten Klebstoff „Pattex Repair Extreme“ verwendet, der hochfeste, aber dennoch elastische Verbindungen zwischen verschiedensten festen und elastischen Werkstoffen herstellt. Dabei kann er auch Lücken füllen und ist für eine gewisse Zeit nach dem Zusammenfügen noch korrigierbar.

Diese von mir gefundene Lösung hat sich im bisherigen Betrieb jedenfalls als stabil erwiesen.

Damit ist der Umbau der ehemaligen 4090- Garnitur erst mal abgeschlossen.

Wie immer: wer dazu Fragen hat, gerne melden.

Grüße aus dem Bergischen Land

Georg