Hs/s Drehschemelwagen

Fragen zu Tfz-Steuerungen, Bremssystemen, etc.

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Matthias Schulenburg
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Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von Matthias Schulenburg »

einen schoenen Abend aus Norditalien.
Ich habe fuer meine Waldbahn wenige Hs/s beschafft und will sie natuerlich auch einsetzen.

Die erste Frage erste ist folgende: Beim Transport von sehr langen Baumstaemmen wurden bestimmt (?)Kuppelbalken zwischen den Drehschemeln eingesetzt. Welche ist die groesste Laenge die eingesetzt wurde und hat es eventuell verschiedene Kuppelbaeume mit vorgegebener Laenge gegeben?

Die zweite Frage geht um Bremsen. Ich habe gelesen und gesehen dass die Schemel einen um 90° herunterklappbaren Bremsschlauchhalter haben. Alles gut solang die zwei Drehschemel normal verkuppelt waren. Doch was geschah sobald eine Verlaengerung durch einen Kuppelbalken eintrat?

Das Thema finde ich interessant obwohl ich mehr in Richtung ungeberemste Drehschemel schaue, damit meine Hilfsbremswagen (Schtoabremsn) zum Einsatz kommen koennen.

Interessant auch die mit Holzplanken abgedeckte Version. Da kann man gut eine wenig Blei darunter kleben denn die Dinger sind ja sehr leicht.

Hier ein (sicher bekannter) link mit Bilder zum Thema

https://www.kleinbahnsammler.at/wbb2/in ... /1503-xxx/

lg
Matthias
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Gerhardf
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Beitrag von Gerhardf »

Hallo

Also bei ganz langen Stämmen wurden keine Steifkupplungen eingesetzt. Für die Verbindung von Wagen zum Rollbock habe ich mal eine abgemessen. Diese war 3 Meter lang. Kürzere Waren für den Betrieb von Rollwagen erforderlich.

LG
Gerhard
Silbergraeber
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Beitrag von Silbergraeber »

Moin,

es macht irre Spaß, richtig lange Stämme auf der Moba zu fahren - und zwar vorbildgerecht OHNE Kuppelbaum. Auf meiner Nordharz-Eisenbahn mache ich sowas regelmäßig, im Harzbahnforum findet sich dazu ein interessanter Strang:

http://115518.homepagemodules.de/t3361f ... emeln.html

LG

Jörn
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2095.015
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Steifkupplung bei H/s Wagen

Beitrag von 2095.015 »

Mir sind in den MzB Büchern nur 2 Bilder derartiger Wagen im Einsatz bekannt.
- Die Mariazellerbahn Horst Felsinger, 2. Auflage (rot- beiger Einband) Seite 235, hier ist die Steifkupplung deutlich zu sehen.
- Railway Meidia Group, Elektrisch nach Mariazell, Seite 58. Da ist die Steifkupplung nicht gut zu sehen.

Nachdem die ungebremsten H/s Wagen entsprechend gut bremsende Schlusswagen erfordert haben und die Saugluftleitung kaum fliegend über die Stämme gelegt wurde nehme ich an, dass Kuppelbäume auf der MzB die Regel waren.

Vielleicht findet noch wer ein paar Bilder vom Betrieb dieser Wagen.

LG, Heinz
penzing1140
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Hs-s und gekuppelt

Beitrag von penzing1140 »

Ich habe damals - vor 1992 - einige Züge in Schwarzenbach gesehen und fotografiert. Da waren die Hs aber ganz normal gekuppelt, offenbar fuer die Anlieferung von Staemmen an die Schwellsaege reichten ein Paar Wagen für einen 8m langen Blcok auf jeden Fall.
Der Zug war allerdings dann mit einem meist BD... als Begleit- und Bremswagen gekuppelt, manchmal auch mit einem 3-achsigen BB-Hilfsbremswagen.Die Saugbremsleitung ist dann ganz normal durch den ganzen Zug durch.
mfg aus Wien Penzing
Josef
penzing1140
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Hs-s und gekuppelt

Beitrag von penzing1140 »

Hallo Jörn,
kannst du bitte deinen Link kontrollieren, da ist ein Fehler aufgetreten.
mfg
Josef, Wien14
Silbergraeber
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Beitrag von Silbergraeber »

Offenbar muss man angemeldet sein. Ich zitiere daher nich selbst mit der Quintessenz aus meinem Bauthread im Stummi-Forum:
Silbergraeber hat geschrieben: Moin,

während der Gartenarbeit fielen mir heute einige Haselnusszweiglein in die Hände, und da dachte ich mir, man könnte doch... Also das Högemann-Buch "Bahnen im Harz", Band II, aufgeschlagen. Auf Seite 60 ist die NWE 11 mit einem beladenen Drehschemel-Paar zu sehen.
Da stellte ich mir die Frage, wie lang die Stämme denn sein dürften? Im Harzbahn-Forum fand ich den Hinweis auf den Bethke/Finke auf Seite 220: Langholzsendungen mit bis zu 24m Länge waren zulässig. Also entsprechend abgelängt:

Bild
Mit 21,5 cm, über 18 m im Original, ist das schon recht imposant. Die Stämme sind - wie in echt - nur aufgelegt, d.h. der Kraftschluss erfolgt ausschließlich über die Drehschemel. Högemann schreibt: "Solche Transporte verlangten viel Umsicht und ließen nur geringe Geschwindigkeit zu."
Das kann ich bestätigen. Wenn man zu ruppig anfährt, bleibt der hinter Drehschemel samt Ladung auf der Strecke - bremst man zu scharf, landen die Stämme in der Rauchkammer oder im Kohlenkasten.

Bild

Bild

Wie Ihr sehen könnt, habe ich ganz vorbildgerecht hinten noch einen Bremswagen angehängt, der die Fuhre bei der Fahrt hinab über die Steilstrecke nach Unterschulenberg bremsen soll. Da gehts dann direkt ins Sägewerk, aber das ist eine andere Geschichte.

LG

Jörn
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Matthias Schulenburg
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Beitrag von Matthias Schulenburg »

Guten morgen an alle.

Danke Euch fuer die Antworten und Hinweise. Im allgemeinen also
wurden Kuppelstangen verwendet. Das finde ich auch aus Sicherheitsgruenden logisch.
Wohl nur auf einer reinen Waldbahn, wo mit nur 5 km/h gefahren wird,
kommte man ohne aus.

Was Bremsen anbelangt, scheint bei durch Kuppelstangen verbundenen Drehschemel,
kein durchgehendes Bremsen moeglich zu sein, und es wurden, wie bei den Rollboecken, Hilfsbremswagen eingesetz.

Was ich interessant finde ist die Beschreibung von Josef: die Drehschemel waren direkt
verbunden und Die Saugbremsleitung ist dann ganz normal durch den ganzen Zug durch.
Wieso also einen Bremswagen einsetzten?
Josef, hast du die Moeglichkeit diese Bilder hier im Forum zu veroeffentlichen?

Im Grossen und Ganzen finde ich, dass das Thema ueberhaupt sehr stiefmuetterlich behandel wurde und wird.

Sollte es irgendwelche diesbezuegliche Publikation geben die mir entgangen ist, bitte mitteilen.

lg
Matthias
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2095.015
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Langholztransporte

Beitrag von 2095.015 »

Hallo Matthias

Im Eisenbahn Journal 06/ 2008 war das Schwerpunkt- Thema Ladegut Holz. Da wurden auch Langholztransporte behandelt und an Beispielen die lebensgefährliche Arbeit der Bremser im Übergang 19/ 20 Jahrhundert beschrieben.

Auch die Ladegutsicherung und deren Umsetzung im Modell wird darin gezeigt.

LG, Heinz
Silbergraeber
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Beitrag von Silbergraeber »

Matthias Schulenburg hat geschrieben:Im allgemeinen also
wurden Kuppelstangen verwendet. Das finde ich auch aus Sicherheitsgruenden logisch.
Wohl nur auf einer reinen Waldbahn, wo mit nur 5 km/h gefahren wird,
kommte man ohne aus.
Nein, das kann man so nicht sagen. Wie ich bereits geschrieben habe, waren im Harz Fuhren mit ungekuppelten Wagen nichts ungewöhnliches. Es mussten dann nur bestimmte Regeln eingehalten werden. Umsichtig fahren bedeutet nicht, im Schritttempo durch die Gegend zu zuckeln, sondern vorausschauend und angepasst zu fahren.

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass bei größeren Längen die Kuppelbäume knicken - Euler lässt grüßen.

LG

Jörn
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Matthias Schulenburg
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Beitrag von Matthias Schulenburg »

Hallo Joern,

da magst du recht haben. Auch auf der Mariazellerbahn, laut Felsinger,
wurden diese Drehschemel fuer Langholz eingesetzt und eine Kuppelstange von
dieser laenge , meine ich, ist nicht vorzustellen.

Nur ist eben im selben Felsinger Buch auch ein kuerzeres Gespann
mit Kuppestange abgebildet und ansonst gibt es sehr wenige Bilder.

Auch auf der Wassertalbahn fahren sie ohne oder ab und zu mit
Stahlseilverbindung. Siehe Youtube

Wie gesagt, ich habe wenig spezifische OeBB Dokumentation gefunden.

lg
Matthias
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penzing1140
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von penzing1140 »

Schoenen guten Abend Matthias,
tut mir leid dass ich erst heute mal ganz weit unten im Forum nachlese...
Ich habe aus dieser Zeit nur schwarz/weiss Negative. Franz Stracka koennte sie vielleicht in
ein Bild-Datei umsetzen, vielleicht?
Kupplungsbaum: Ich habe sowohl in Jenbach als auch am Alpenbahnhof und dort herumliegende
fotografiert, und das sind ja Rohre, und in denen verlaufen die Vakuumleitungen.
Ich hatte noch vor 30 Jahren Papierbilder, besonders von Schwarzenbach, Bahnhof
und der Schwellensaege. Mein Clubkollege hat die mitbekommen, um alles ins Modell umzusetzen
aber ist dann in der Toskana verstorben. So ist auch alles vermutlich dort geblieben.
mfg aus Wien Penzing, Josef
Stephan Rewitzer
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Re:

Beitrag von Stephan Rewitzer »

Matthias Schulenburg hat geschrieben: Was Bremsen anbelangt, scheint bei durch Kuppelstangen verbundenen Drehschemel,
kein durchgehendes Bremsen moeglich zu sein, und es wurden, wie bei den Rollboecken, Hilfsbremswagen eingesetz. Wieso also einen Bremswagen einsetzten?
Die mit Betongewichten ballastierten Bremswagen brauchst du, weil die H/s keinerlei Bremsanlage besitzen! Du musst ja das geladene Gewicht am H/s irgendwie Abbremsen, das erledigt teilweise der Hilfsbremswagen.
Ist er nicht mit der Vakuum gekuppelt, erfolgt die Abbremsung durch den Bremser am Bremswagen durch manuelle Bedienung der Handbremse. Das ist nicht unüblich auf der Schmalspur, das Bremsgewicht das die Vakuumzylinder aufbringen, bringst du bei den geringen Gewichten meist auch mit der Handbremse auf.

Bei Langholzfuhren wurde sicherlich ohne Kuppelstange gefahren, die wäre in dieser Länge nicht händelbar, selbst die 3m und 6m Kuppelstangen der Rollböcke haben ein Mordsgewicht, noch längere Stangen kannst nicht mehr heben.

LG
Mfg euer Administrator, Stephan Rewitzer.
GoldenerOktober
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von GoldenerOktober »

Hallo.

Auch die reine Geometrie würde einem langen Kuppelbalken Grenzen setzen, da ja dann sowohl über die Stämme als auch über den Kuppelbalken eine feste Verbindung bestünde, welche in Kurven zweierlei Radien beschrieben und Verspannungen erzeugten. Daher würde ein festes Kuppeln bei gleichzeitig unverschiebbar aufgelagerten Stämmen sehr schnell zu Kleinholz führen.

Gruß Torsten
(der hier schon lange hier in diesem tollen Forum mitliest und nun als Mathematiker einen ersten Beitrag schreiben mußte...)
penzing1140
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von penzing1140 »

Schoenen guten Abend Thorsten
das Kurvenfahrenproblem ist mir klar, da gibt es die beiden Drehpunkte auf den Drehschemelwagen und die
anderen beiden in den Kupplungen.
Wie das dann bei den Rollwagen mit den langen Drehgestell-Normalspurwagen funktiniert ?
Vom Gewicht her ganz beachtlich diese Rohrstangen - aber ich habe in Youtube ein paar Filme aus Jenbach
gesehen, da werden die von 2 Rangiereren in die Kupplungstrichter geschoben, haben auch 2 Handgriffe.
Wie das auf der MZ gehandhabt wurde? Ich war 2 oder 3 x in Schwarzenbach, aber da waren vielleicht 10
Drehschemelboecke eng zusammen gekuppelt, entladen. Die Saege und das Abstellgleis gibt es ja schon
sehr lange nicht mehr - so um 1994 muss da Ende gewesen sein.
mfg aus Wien Penzing, Josef
Matthias Schulenburg
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von Matthias Schulenburg »

Hallo Stefan,

Meine Frage wurde durch "cut and paste" falsch wiedergegeben.

Ich fragte Josef:
Was ich interessant finde ist die Beschreibung von Josef: die Drehschemel waren direkt
verbunden und Die Saugbremsleitung ist dann ganz normal durch den ganzen Zug durch.
Wieso also einen Bremswagen einsetzten?

Warum Schtoabrems eingesetzt wurden ist mir klar. Mir war nicht klar warum einen
Bremswagen einsetzten, wenn der ganze Zug ja sowieso gebremst ist durch die
Saugbremsleitung.

Aber das nur so nebenbei.
Auf der Anlage gibt's a schon Probleme mit solchen Fuhren doch es macht grossen Spass.

lg
Matthias
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penzing1140
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von penzing1140 »

Schoenen guten Abend Matthias
ja die Saugluftbremsleitung geht durch, aber ich habe damals auf der MZ vermutlich keinen Drehschemelwagen gesehen,
der auch eine Bremse gehabt hat. Das muss der Hilfsbremswagen machen. Ja, es gibt dann noch einen Begleitwagen, der
das Verschieberpersonal mit hat, und der hat auch Bremse, aber die alleine in einem schweren Holz- oder Schienenzug
ist zu wenig.
Ich habe wohl Schemelwagenzeichnungen im Staatsarchiev gesehen, wo auch ein Vakummbremszylinder eingezeichnet
war, aber diese Wagen sah ich auf der MZ nicht.
Ich hoffe das ist jetzt klar geworden.
mfg aus Wien Penzing, Josef
Stephan Rewitzer
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von Stephan Rewitzer »

Hallo,
penzing1140 hat geschrieben: Wie das dann bei den Rollwagen mit den langen Drehgestell-Normalspurwagen funktioniert ?
Das zweite Drehgestell ist nicht am Rollwagen fixiert und rollt auf diesem Frei vor oder zurück! Sonst könntest du bei den Rollwagen nicht die Vakuumleitung durch den Zug führen, deren Hauptgrund in Österreich die Verwendung der Kuppelstange ja mehr oder weniger darstellt ^^

Bei druckluftgebremsten Zügen würde das schon anders aussehen, da kann ich ja die Druckluftleitung der Wagen heranziehen und von dort abzweigen zum Rollwagen, ich habe gerade keine Zeit die Bilder zu suchen, aber da gibt es in Tschechien so Abzweigkupplungen für die Druckluft.
Vom Gewicht her ganz beachtlich diese Rohrstangen - aber ich habe in Youtube ein paar Filme aus Jenbach
gesehen, da werden die von 2 Rangiereren in die Kupplungstrichter geschoben, haben auch 2 Handgriffe.
Ja, deshalb ging man eigentlich als Eisenbahner auch früher in Ruhestand als die Leut im Büro ... aber die Abschaffung dieses Unterschiedes haben unsere obrigen Politiker-Sesselfurzer ja gerade abgeschafft :wink:
Ich habe wohl Schemelwagenzeichnungen im Staatsarchiv gesehen, wo auch ein Vakummbremszylinder eingezeichnet
war, aber diese Wagen sah ich auf der MZ nicht.
Waren das nicht die langen Drehschemelwagen?
Ja, es gibt dann noch einen Begleitwagen, der
das Verschieberpersonal mit hat, und der hat auch Bremse, aber die alleine in einem schweren Holz- oder Schienenzug
ist zu wenig
.
Bei Schienenzügen waren die H/s höchstwahrscheinlich auch fix gekuppelt, auch weils es damals wohl noch nicht Schienen in der Länge gab die heute produziert werden können. Der Längenausgleich im Bogen passierte sicher so wie heute bei den (Lang-)schienentransporten durch das freie Bewegen der Schienen am Wagensatz, die Schienen sind nur an einem Wagen festgeklemmt, für üblich am führenden Wagen!
Matthias Schulenburg hat geschrieben:Mir war nicht klar warum einen Bremswagen einsetzten, wenn der ganze Zug ja sowieso gebremst ist durch die
Saugbremsleitung.
Ich versuch es anders zu beschreiben, auch wenn die H/s Drehschemelwagen mit Bremsgestänge und Klötzen ausgerüstet waren (meines Wissen nur die mit Plattform, von wo der Bremser die Handbremse bedienen konnte) hatten sie trotzdem nie Vakuumbremszylinder und waren nur Leitungswagen wenn die Vakuumleitung durchgekuppelt werden konnte. Leitungswagen waren keine Seltenheit auf österr. Schmalspurbahnen, auch Personenwagen gab es ohne Bremsanlage, man wollte eben Sparen wo es geht.

Das mit den H/s transportiere Gewicht bremste dann der ballastierte Hilfsbremswagen mit ab, konnte man die Vakuumleitung durchkuppeln, dann entfiel der Hilfsbremser der die Handbremse bediente, weil dessen Vakuumbremszylinder eh arbeitete.

Bei Ladungen deren Länge "H/s x 2" lang war, hat man möglicherweise zwischen den H/s einen Vakuumverbindungs-/verlängerungsschlauch eingehängt, womit ein Abstand von einem Meter möglich ist, man hat die H/s nicht gekuppelt und damit den Längenausgleich in engen Bögen bewerkstelligt.

Diese Verlängerungsschläuche haben wir auch heute auf der Ybbstalbahn-Bergstrecke noch im Betrieb, wenn man zB. zwei Personenwagen kuppeln muss, deren Vakuumleitungen sich auf der jeweils falschen Seite befinden, wenn es bei zwei Lokomotiven einfach nicht passen möchte oder wenn wir eben mit unserem Rollwagen fahren.

Leider fehlen mir belegbare Fotos und Erzählungen von Betriebsmitarbeitern die mit den H/s noch im Planbetrieb fuhren.

Die unzähligen verschiedenen H/s Varianten kann man in Kienberg und Pfaffenschlag anschauen, sie werden in den nächsten Jahren auch äußerlich (und teilweise betrieblich) aufgearbeitet.

LG
Mfg euer Administrator, Stephan Rewitzer.
penzing1140
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Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von penzing1140 »

Ja ich hoffe dass dieses Thema jetzt abgehakt werden kann.
Auf die Möglichkeit der handgebremsten Drehschemelwagen - Bremserbühne - hatte vergessen, obwohl ich ein paar mal besonders bei
Schienentransporten diese 1x mit und 1x ohne Bremserbühne sah.
Matthias, die durchgehende Saugluftleitung bedeutet nicht dass das Fahrzeug auch einen Vakuumbremszylinder hat!

mfg aus Wien Penzing, Josef
Lukasxx
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Registriert: 5. Mai 2019, 20:04

Re: Hs/s Drehschemelwagen

Beitrag von Lukasxx »

Guter Tag,

Ich möchte auch ein paar Bemerkungen darüber, wie diese Autos Arbeit machen, zumindest in der Tschechischen Republik und die Slowakei (Wald Eisenbahn).
Wie auf diesem Foto zu sehen ist, gibt es keine Kupplung zwischen den Wagen. und um die Wahrheit zu sagen, die Kopplung darf niemals da sein !!! geometrisch ist es nicht möglich und die stäbe würden im bogen brechen !!!
Bild

Die Stämme wiegen ungefähr 8-16 Tonnen (abhängig von der Länge). Diese Stämme bilden ein relativ großes Gewicht und es gibt Dornen am Tor des Wagen H/s - die erste Schicht von Stämmen beißt in diese Dornen und bildet somit eine feste Befestigung zwischen dem Auto und der Ladung.

In der Tschechischen Republik und der Slowakei bestanden die Autos meist aus einem Paar (eines mit Handbremse, das andere ohne Bremse - hauptsächlich waren die Fahrzeuge so ausgerichtet, dass zwei Autos mit Bremse immer zusammen waren - zwei Autos konnten von einem gebremst werden Person - Personalersparnis)

In Österreich sind diese Autos ohne Bremse - die Unterdruckbremse kann nicht ohne Druck gelöst werden. Daher wurden die Bremswagen in das Set eingesetzt (direkt hinter der Maschine, um sie steuerbar zu machen). Daher ist keine Kupplung oder kein Schlauch zwischen den Wagen erforderlich.


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